Ev. Kirchengemeinde Hornburg/Isingerode
Ev. Kirchengemeinde Hornburg/Isingerode

Kirche in Bewegung

Pfingsten, 20. Mai 2018, 11.00 Uhr

Gottesdienst in Isingerode

 

Am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, laden wir herzlich dazu ein, sich auf den Weg nach Isingerode zu machen.

Vor der Alten Schule in Isingerode feiern die Kirchengemeinden Hornburg/Isingerode und Schladen gemeinsam einen Pfingstgottesdienst.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir zu Bratwurst und Salat und kalten Getränken ein.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Die Gott zu den Menschen tragen

Andacht zum Vater- und zum Muttertag

 

Binnen vier Tagen Muttertag und Vatertag – die zeitliche Nähe dieser beiden „Feiertage“ ist doch ein paar Gedanken wert, oder?

 

Der Muttertag, seit 1914 in den Vereinigten Staaten ein nationaler Feiertag, hat seine Wurzeln in der amerikanischen Frauenbewegung. Andere Länder übernahmen diesen Tag. In Deutschland war es in der Tat der Verband deutscher Blumengeschäftsinhaber der den Tag 1922/23 als Tag der Blumenwünsche propagierte. Mitnichten christliche Ursprünge.

 

Und der Vatertag ist im christlichen Kontext das Fest Christi Himmelfahrt. Auch wenn Jesus an diesem Tag zu seinem Vater heimgekehrt ist, hat der Vatertag in seiner heute oft üblichen Prägung keine religiösen Aspekte. Also warum noch Worte verlieren über Muttertag und Vatertag?

 

In den Sinn kam mir ein Vers aus Psalm 27: „Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf“ (Vers 10), doch der eignet sich aufgrund des kritischen Mutter- und Vaterbildes auch nicht für eine Würdigung dieser Tage. Eher schon eine arabische Redewendung: „Weil Gott nicht überall sein konnte, schuf er die Mütter.“ Kann es ein größeres Kompliment für die Mütter geben, als zu sagen, dass sie an Gottes statt wirken. Ich glaube kaum.

 

Doch stimmt das denn überhaupt? Kann Gott nicht überall sein? Eine Frage, die für mich eine Brücke zum Fest Christi Himmelfahrt, sprich zum Vatertag, schlägt. Zu diesem Fest hat Martin Luther einmal gesagt: „Hüte dich, dass du nicht so denkest, dass er jetzt weit von uns weg ist, sondern grad umgekehrt: da er auf Erden war, war er uns zu fern, jetzt ist er uns nahe.“

Christi Himmelfahrt – das notwendige Fest, damit Jesus immer bei uns sein kann. Dass der Weg zum Vater auch den Menschen offen ist.

 

Doch das macht die menschlichen Mütter und Väter nicht überflüssig. Gerade durch sie wirkt Gott. Sie sind die ersten, die ihre Kinder mit dem Vater im Himmel bekannt machen. Sie sind es, die Gott zu den Menschen tragen. Deshalb sollten gerade die Mütter – und auch die Väter – bei uns und weltweit unterstützt werden.

 

Das heißt: Alleinerziehende nicht auszugrenzen und für eine gerechtere finanzielle Unterstützung einzutreten. Gegen Menschenrechtsverletzungen und Folter weltweit die Stimme zu erheben. Der eigenen Mutter nicht nur am Muttertag zu danken.

 

Durch das „Ja“ jeder Mutter und jedes Vaters zu ihrem Kind kann Gottes Liebe in jedem Mensch wachsen, wächst Menschlichkeit und Liebe zwischen den Menschen.

„Die Mutter – und ich ergänze: der Vater – sind die erste Quellen der Liebe“, sagte Albert Camus und weiter schrieb er: „Von da an ist Liebenlernen das, wozu Menschen die meiste Zeit brauchen.“

 

Wenn wir in diesen Tagen den Muttertag und den Vatertag feiern möchten, bedeutet das auch, die Liebe, das Geschenk unserer Eltern und ein Geschenk Gottes, wachsen zu lassen und uns die Zeit zum Liebenlernen zu nehmen.

 

Konfirmation 2018